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Ausflugstipps im UNESCO Biosphärenreservat Vessertal

Von Buchen, Fichten, wilden Beeren und dem Wanderglück

Mitten im Naturpark Thüringer Wald liegt das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald. Das Reservat geht weit über die Grenzen des namen gebenden Vessertals hinaus und umfasst ganze 17.000ha. Bereits 1979 wurde es von der UNESCO als Bioreservat anerkannt und „wenn alles klappt, wird es bald noch größer!“, strahlt Elke Hellmut von der Verwaltung des Biosphärenreservats.

Das üppige Grün des Waldes spiegelt sich im Teich

Freie Fahrt voraus!

Mit der kostenlosen Gästecard fahren Übernachtungsgäste in 11 Orten der Region gratis mit dem Bus. Auch Stützerbach, wo ich untergebracht bin, ist einer dieser Orte. Die sogenannten Partnerbetriebe haben alle weiteren nötigen Informationen vorliegen, wie z.B. den Busplan, den wir in der Gaststube studieren um den nächsten Tag zu planen.

Frau Hellmut will mir einige ihrer Lieblingsplätze zeigen und so starten wir gleich morgens direkt am Rennsteig – Deutschlands ältestem Weitwanderweg im Thüringer Wald. Über knappe 170 Kilometer (nämlich genau 169,29 km) hinweg kann man hier auf teils historischen Wegen in mehreren Etappen wandern.

R ist die Kennzeichnunge für den Rennsteig Wanderweg

Uns führt  die Wanderung durch den Wald, über den Rennsteig und bergabwärts über die Schmiedefelder Allee. Vorbei an Kühen, die es sich im Schatten der alten Bäume gemütlich gemacht haben und die scheinbar nichts aus der Ruhe bringen kann.

Informationszentrum Biosphärenreservat

Wenn man, wie ich, zwar gerne im Wald spaziert, aber nicht so wirklich viel Ahnung hat, warum wo welcher Baum wachsen darf, dann ist man hier goldrichtig. Ursprünglich waren in Deutschland nämlich Buchen heimisch. Diese wurden jedoch eifrig abgeholzt und stattdessen setzte man dort Fichten, die heute noch das Bild prägen. Warum die flachwurzeligen Fichten nicht immer eine kluge Wahl sind – und was man heutzutage macht, um den Wald stabil und nachhaltig zu halten, erfahrt man an interaktiven Stationen im Informationszentrum.

Über den Wald lernt man am besten im Wald

Glasbläserei Ehrhart: Jeder Hund ein Unikat

Der kleine Laden am Ortsrand von Schmiedefeld mag von außen nicht spektakulär wirken, aber die, mit 1,50€, wirklich kostengünstige Hauptattraktion sollte man nicht verpassen. Unter genauer Anleitung kann man seine eigene Glaskugel blasen, dazu gehört nicht nur viel Luft sondern auch die richtige Ausdauer. „Jede Kugel ein Unikat“, grinst Herr Erhardt und widmet sich wieder seinen etwas ausgereifteren Unikaten.

Herr Erhard bei der Anfertigung eines Glashundes

Ein Kunde hat einen Hund bestellt und zwar nicht irgendeinen sondern genau seinen, dafür hat Herr Erhardt am Werktisch ein Foto stehen, auf das er immer wieder einen Blick wirft. Und siehe da – als wir uns verabschieden sieht der Hund tatsächlich so aus wie auf dem Foto! Auch Herr Erhardt wirkt zufrieden mit dem Resultat: „nur bei den Farben müssen wir Abstriche machen, da gibt es nicht alles“.

Wandern durchs Vessertal

Für den Nachmittag nehmen wir von der Glasbläserei den Bus zur Haltestelle „Wegscheide“. Von hier führt ein Wanderweg ins Vessertal, über saftige Wiesen und vorbei an den Köstlichkeiten des Waldes: Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren und die letzten Heidelbeeren des Saison.

Beeren im Biosphärenreservat Vessertal

Auch an der Quelle des Flusses kommen wir vorbei, die allerdings nicht, wie an anderen Orten, aus dem Boden schießt. Hier tritt das Wasser gemächlich an die Oberfläche und fängt dann an abwärts zu fließen. Weiter unten an einer Weide gibt es an einer Brücke einen Zugang um die Füße zu kühlen. Oder wie ich, ungeschickt hineinzufallen. An so einem heißen Sommertag eine durchaus willkommene Erfrischung.

Von Klößen und Patenten

Herr Löser vom Gasthof zum Reifberg, wo ich untergebracht bin, hat das „Thüringer Kloßsiegel“. Und das bekommt man nur, wenn man verschiedene Kriterien erfüllt. Frisch müssen sie sein, nach Original-Rezept (1/3 gekochte und 2/3 geriebene Kartoffeln) gemacht und zumindest zu 51% direkt aus einem Anbaugebiet in Thüringen stammen.

Ein Klassiker. Rinderroulade mit Thueringer Kloesse

In der Küche ist Herr Löser ganz in seinem Element: “meine Lieblingsklöße sind eigentlich die Schüttelklöße, aber die gibt’s nur auf Vorbestellung!“ Auch ohne Vorbestellung ist allerdings eine Portion Kloßpommes möglich – eine Erfindung aus eigenem Haus, die mit dem selbstgemachten Himbeer-Dressing köstlich schmeckt. Nichts für Weight Watchers, aber durchaus für eifrige Wanderer.

Der Wald, das Wild und der Herr Förster

Einmal im Monat übernimmt der Revierleiter André Deglau persönlich die geführten Wanderungen in die Kernzone des Biosphärenreservats. Dabei handelt es sich um eine mehrstündige Runde, die in den weiter zuwachsenden Urwald führt. Seit 1990 findet hier am Auerhahn kein Kahlschlag mehr statt, was die Wälder stabiler und nachhaltiger macht.

Herr Deglau erklärt die Aufforstung, die Vor- und Nachteile von den nicht mehr ganz so willkommenen, flachwurzeligen Fichten, den dicken Buchen und den wertvollen Weißtannen im Wald. Mit dabei ist Antek, sein schlauer Jagdhund. Das ist wichtig, denn Rehe sind durchaus auch oft schlau, wie er erzählt. Er hat schon häufiger gesehen, dass ein Reh einen Haken geschlagen hat und im Anschluss dem Hund dabei zugeschaut hat, wie er dem Haken nachläuft: „Da trickst das Reh den Hund aus. Aber dann trickst auch der Jäger das Reh aus, denn da steht es still“  Warum die Jagd so wichtig für den Wald ist, wird klar als wir an einem Stück Wald vorbeikommen. Hier wurde damals in der DDR eine Futterstelle aufgestellt. Zeuge dafür sind die Bäume. Diese wurden nämlich ringsum vom Wild angeknabbert und sind dementsprechend auch anfälliger. Heutzutage wird das Wild gar nicht mehr gefüttert und der Zuwachs streng reguliert.

Der Förster Andre Deglau kann alle Fragen beantworten

Eine weitere Geschichte, die ich interessiert aufnehme und plötzlich ist der Wald nicht mehr nur ein schöner Wald, sondern vielmehr kommt er mir vor wie ein Geschichtsbuch, aus dem ich noch viel lernen kann.

Jetzt seid ihr dran das UNESCO Biosphärenreservat Vessertal zu entdecken. Was sind eure Lieblings-Wanderrouten?

Das Biosphärenreservat Vessertal ist wohl das schönste Tal Mitteldeutschlands. Und am besten lässt sich dies mit einer Rundwanderweg entdecken.

Mehr Infos hier: UNESCO-Biosphärenreservat Vessertal – Thüringer Wald

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE

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Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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