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Auf fürstlichen Spuren der Heidecksburg in Rudolstadt durch den Herbst

Nur weil der Herbst seinen eigenen Kopf hat und regelmäßig Laubwirbel und Schauer über unsere Köpfe ergießt, heißt das noch lange nicht, dass man sich dadurch das Wochenende vermiesen lassen sollte. Wochenendausflüge verschönern doch jede Arbeitswoche. Nur gut, das Thüringen mit etlichen Museen, Burgen und Schlössern aufwarten kann: Die sind Wetter unabhängig.

Ein Besuch in Rudolstadt

Die Heidecksburg in Rudolstadt ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Im Sommer kann man entspannt in der von Rosen umrankten Teestube Platz nehmen und im Winter auf dem Weihnachtsmarkt vorbeischauen. Jetzt im Herbst sind wegen des Wetters die Innenräume besonders attraktiv. Glanzvoll sind sie vor allem! Man kann sich zwischen verschiedenen Ausstellungen entscheiden oder gleich die stündliche Führung mitmachen.

Saal-Schloss-Heidecksburg

Dabei begleitet einen Fürst Ludwig Friedrich ständig in Portraits und Geschichten. Zum fünften Geburtstag zum Beispiel stand auf einmal ein Pony vor seinem Bett, mit dem er dann auch prompt durch alle Räume ritt. Dann später, als junger Mann, brachte er von seinen Bildungsreisen Ideen für eine klassizistische Raumgestaltung mit. Die Burg selbst weißt eine Vielzahl von historischen Bau- und Dekorationsstilen auf.

Stilecht – drei Jahrhunderte Burggeschichte

Aufgrund von Bränden mussten mehrmals Teile der Burg renoviert beziehungsweise neu gebaut werden. Das nahm man natürlich zum Anlass, dem damals vorherrschenden Geschmack gerecht zu werden. Und so findet man nicht nur Barock und Rokoko in den Sälen der Heidecksburg, sondern auch Biedermeier und Neorokoko vor. Die verschiedenen Innenarchitektur-Stile spannen ganze drei Jahrhunderte!

Schloss Heidecksburg

Bei all dem Prunk mag es schwer sein, sich auf etwas zu fokussieren, aber es sind vor allem die extravaganten Deckenbemalungen, die herausstechen. Ein vergleichsweise kleiner und unscheinbarer Raum am Ende der Führung bot einen für Deutschland ungewöhnlichen Fund. Vor 25 Jahren wurde eine Zwischendecke entdeckt und zum Vorschein kann ein Kunstwerk des Manierismus, was hier zu Lande extrem selten ist.

Engel auf Entdeckungstour

Der malerische Höhepunkt ist dabei die Decke des Festsaales. Engel tanzen auf pastellfarbenen Wolken, die an den Wänden mit Büsten verziert sind, die eigens für die Burg von einem italienischen Künstler kreiert worden waren, so wie der Stuck. Atlanten halten einen Balkon, der für die Musiker konzipiert war. Der Saal hat noch andere kleine Besonderheiten, die Besucher schmunzeln lassen.

Südflügel Schloss Heidecksburg

Der Saal ist gänzlich ohne echten Winkel, um jedem Konzert zum optimalen Klangerlebnis zu verhelfen. Aber wo ein Fest ist, da gehört auch Speis und Trank dazu. Dafür wurden in zwei der “Ecken“ des Raumes kleinere Anrichten eingelassen, die an verspielte Barocke-Wasserfälle erinnern. Nur floss hier eben nicht nur Wasser. Die Anrichten wurden übrigens über eine Geheimtür von den Bediensteten befüllt. Auch Öfen waren damals von außerhalb des Raumes beheizt, um wenig Qualm und Bedienstete wie möglich zu sehen.

Vielseitiges Burgangebot

Leider ist vom ehemaligen Glanz nur noch ein Bruchteil übrig. Im dritten Reich sollte die Burg nämlich als zum Reichsgästehaus genutzt werden und zu diesem Zweck wurden viele Teile unwiederbringlich zerstört. Im nächsten Jahr wird ein neuer Teil der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dann kann man die originale Waffenausstellung im Zeughaus besuchen.

Westflügel Schloss Heidecksburg

Zusätzlich zu den Festsälen und Wohnräumen die man nur mit Führung erreichen kann, ist auch eine Gemäldeaustellung sowie die Dauerausstellung Rococo en miniature zu besichtigen. Letztere Miniaturausstellung ist besonders für diejenigen geeignet, die mal einen ganz entstaubten Blick auf die Geschichte werfen wollen. Zwar sind die Geschichten und Kreationen der Gedankenwelt zweier DDR-Künstler entsprungen, sie bieten aber interessante Einblicke in das Leben im Barock. Von der Detailliebe mal ganz zu schweigen. Letztendlich kann man sagen, dass sich hinter der Fassade der Heidecksburg in Rudolstadt so einiges verbirgt.

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Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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