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Auf Entdeckungstour durch den Weimarer Sommer – Teil 2

Er blüht und gedeiht weiter – der Weimarer Sommer versüßt uns die schönste Jahreszeit! Beim letzten Mal habe ich euch mit auf die Fête de la musique, juLi im Juni und die Open Air – Konzertnacht genommen. Dieses Mal begeben wir uns weiter in die Tiefen der Stadt der Dichter und Denker und erkunden, was Weimar in der Sommerzeit noch zu bieten hat. Ich mache mich auf den Weg in Richtung Universitäts-Hauptgebäude (Van-de-Velde-Bau). Unterwegs begegne ich vielen fröhlichen Gesichtern – Einheimische, Studenten und Touristen sind genau wie ich auf Erkundungstour.

Summaery 

Campus der Bauhaus Universität Weimar. Foto: Thomas Müller

Campus der Bauhaus Universität Weimar. Foto: Thomas Müller

Für mich als Bauhaus-Studentin findet hier ein wichtiges jährliches Ereignis statt – das Semester ist vorbei und die Studenten stellen ihre Projekte bei der Summaery (pünktlich zum Weimarer Sommer!) aus. Dieses Jahr findet das Spektakel vom 12. -15. Juli statt.

Ein im besten Fall erfolgreicher Abschluss wird zelebriert, zu dem viele ehemalige Absolventen und andere Interessenten jedes Jahr zu Besuch kommen. Die Stimmung ist ausgelassen und es gibt vieles zu entdecken!

Jedes Jahr begebe ich mich in die Tiefen der Filmschaffenden und schaue mir spannende Kurzfilme an – zum so genannten „Sommernachtstape“ werden diese in der Universitätsbibliothek auf großer Leinwand gezeigt. Der Studiengang Visuelle Kommunikation begeistert mit Werken zu den verschiedensten Themen. Besonders gut gefällt mir eine Dokumentation über einen ehemaligen Musiker, der vor laufender Kamera von seinen Erlebnissen berichtet. Die Stimmung im Audimax der Universitätsbibliothek ist ausgelassen, an vielen Stellen wird gelacht. Ich fühle mich wohl, obwohl ich aufgrund der Massen an Zuschauern auf der Treppe Platz nehmen musste. Wieder einmal bin ich tief beeindruckt – selbst unter uns Studenten weiß man nie genau, an welchen Projekten die Leute aus anderen Studiengängen so arbeiten. Daher ist dies insbesondere für Außenstehende ein seltener und wertvoller Einblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Ansonsten kann man auf die verschiedensten Vernissagen gehen und sich selbst vom Können der Bauhausstudenten überzeugen. Sollte man ein Interesse für technische Prozesse haben, gibt es die „OpenLab-Night“, bei welcher Labore der Medieninformatiker besichtigt werden können. Es gibt viel zu sehen, zu hören und zu fühlen – die Summaery ist jedes Jahr einen Besuch wert!

Tipp: Nach den ganzen Eindrücken, die man bei der Summaery sammelt, bietet es sich an, danach den Kopf wieder frei zu bekommen. Mein absoluter Lieblingsort in Weimar ist der Ilmpark. Hier könnt ihr Sonne genießen, entspannen und euch ein bisschen bewegen.. Falls ihr Lust auf noch mehr Kultur habt, könnt ihr Goethes Gartenhaus einen Besuch abstatten.

Hals über Kopf 

Ein wichtiger Bestandteil des Weimarer Sommers sind verschiedene Theaterstücke, welche den historischen Glanz der Stadt der Dichter und Denker unterstreicht. Gespannt mache ich mich auf den Weg zum Stadtschloss Weimar, im Theater war ich schon viel zu lang nicht mehr und noch dazu ist es mein erster Besuch eines Freilufttheaters. Es wird höchste Zeit!, denke ich mir und biege in den Hof ein. Das „Theater-Konsortium Luft und Tiefe“ zeigte hier ein Theaterstück über Luther, passend zum Reformationsjahr.

Hals über Kopf, Weimarer Sommer

Mit nur vier Schauspielern wird die Zeit Luthers erneut zum Leben erweckt. Hier wird sich geistreich und kritisch mit dem Reformator und den damaligen Geschehnissen beschäftigt. Von verspielten Liebesszenen über Gesangseinlagen, bis hin zu lustigen Raufereien haben die Schauspieler alle Szenen fest im Repertoire. Das Besondere – das Publikum wird mit einbezogen. Nicht jeder Satz ist auswendig gelernt, stellenweise improvisieren die Künstler einfach drauf los! Ich fühle mich unterhalten, informiert und zum Denken angeregt – noch nie habe ich mich so intensiv mit Luther auseinandergesetzt. Eine gehörige Portion Komik rundet das Stück ab. Schade nur, dass nur wenige Menschen den Weg zum Schlossinnenhof gefunden haben – es lohnt sich definitiv, das Kollektiv einmal hautnah zu erleben!

Besonders schön: Es liegen Decken bereit, in die man sich während des Stückes gemütlich einkuscheln kann. In der Pause gibt es leckere Snacks und kühle Getränke. Perfekt!

Auch in diesem Jahr werden in Weimar wieder schöne Stücke gezeigt – lasst euch überraschen.

Genius Loci Weimar

Cranachhaus am Markt, »CHIAROSCURO«, Desilence, Visuals: Tatiana Halbach, Søren Christensen / Foto: Henry Sowinski

Cranachhaus am Markt, »CHIAROSCURO«, Desilence, Visuals: Tatiana Halbach, Søren Christensen / Foto: Henry Sowinski

Ebenfalls besonders künstlerisch angehaucht ist das Genius Loci Weimar. Hier wird durch Fassadenprojektionen historischen Gebäuden in der Stadt eine besondere Bedeutung verliehen. Unter dem Motto „Make walls talk“ werden Projektionen gezeigt, die aufwändiger und schöner kaum sein können. Es stehen jährlich – seit dem Beginn im Jahr 2012 – verschiedene Locations im Mittelpunkt, die bespielt werden. Es geht um den „Geist des Ortes“ (Genius Loci), daher kann man hier Projektionen erleben, die genau auf den jeweiligen Ort abgestimmt sind. Somit verschmelzen Geschichte und zeitgenössische Künste miteinander und liefern ein grandioses Spektakel! Dieses Jahr könnt ihr das Genius Loci vom 10. – 12. August erleben.

Die Ideen für die Arbeiten werden Monate vorher eingereicht und von einer Jury ausgewählt. Für die Gewinner gibt es ein Preisgeld, durch welches sich eine Realisierung des Projektes ermöglichen lässt. Ganz unter dem Motto „Bewegung schaffen, wo vorher Stillstand war“ entstehen beeindruckende Arbeiten, die mit einem Soundtrack untermalt werden. Jedes Jahr auf’s Neue stehe ich da und bin beeindruckt von dem künstlerischen Schaffen, das hinter den Installationen steckt. Auch die interaktiven Installationen begeistern mich, man weiß nie genau, was als nächstes passiert. Die Wände werden gemeinsam mit dem Genius Loci lebendiger und die Schönheit der Gebäude erstrahlt in neuem Glanz.

Stadtkirche St. Peter und Paul / "MIRROR" Visuals: Kento Tomiyoshi, Musik: Makoto Shozu / Foto: Henry Sowinski

Stadtkirche St. Peter und Paul / „MIRROR“ Visuals: Kento Tomiyoshi, Musik: Makoto Shozu / Foto: Henry Sowinski

Ich habe das Gefühl ich bin in einer anderen Zeit gelandet, so gebannt sehe ich den Formen und Farben der Projektionen zu. Wie jedes Jahr bin ich erstaunt über diese Kunstform, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Hendrik Wendler, Kurator und Mitentwickler des Festivals, drückt es treffend aus: „Licht ist Leben. Und wir feiern das Leben.“

Alle Jahre wieder…

Nun laufe ich gedankenverloren nach Hause, den Kopf voller verschiedenster Impressionen. Ich habe so vieles erlebt, gesehen, wahrgenommen und eines steht fest: Weimar und die Veranstaltungen haben meinen Sommer unvergesslich werden lassen. Ich denke zurück an die kulturellen Höhepunkte, Sonnenstrahlen, Menschen und Momente und bin froh darüber, diese Zeit miterlebt zu haben. Fast schon traurig ist es, dass sich der Weimarer Sommer dem Ende naht, viel zu schnell gingen die Veranstaltungen und das schöne Wetter vorüber. Besonders toll ist, dass die meisten Veranstaltungen im Freien stattfinden und ich somit viele Sonnenstrahlen mitnehmen konnte. Ich bin schon gespannt auf das nächste Mal und empfehle euch vorbeizukommen, wenn es wieder heißt: Der Weimarer Sommer steht vor der Tür!

Genaue Infos zu allen Veranstaltungen des Weimarer Sommers findet ihr hier.

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE

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Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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