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Altenburger Safran

Denkt man an Altenburg, hat man sofort die mehr als tausend Jahre alte ehemalige Residenzstadt in Thüringen vor Augen. Ihr prachtvolles Schloss, die wunderschönen Parks, die Altenburger Brauerei, die Destillerie mit ihren Rundgängen und Whisky Tastings und natürlich die Spielkarten. Aber keinesfalls Safran. Den Anbau des edlen Gewürzes würde man eher in Afghanistan, Iran, Kaschmir, Südfrankreich, Spanien, Marokko oder Griechenland vermuten und man hat eigentlich orientalische Markthallen mit duftenden Gewürzen vor Augen, in denen Händler in prächtigen Roben exotische Früchte und Kräuter anbieten.

Safran-Ernte

Safran gehört zur Familie der Schwertliliengewächse und ist eine Krokusart und im Inneren jeder Blüte befindet sich ein einziger tief orangefarbener Griffel mit drei Stempelfäden, die man getrocknet als Gewürz verwenden kann. Jeder Griffel wird von Hand geerntet. Ein geübter Pflücker erntet etwa 60-80g pro Tag, was echten Safran so exklusiv und hochpreisig macht.

gezupfter Safran

Safran wird vor allem in der persischen Küche verwendet und man findet ihn unter Anderem in Paella, Bouillabaisse und Lammgerichten. In der Heilkunde soll er antibakteriell, verdauungsfördernd und stimmungsaufhellend wirken. Doch wie kommt es, dass Safran im thüringischen Altenburg angebaut wird? Dr. Frank Spieth und Andrea Wagner bauen bereits seit etwa 5 Jahren Safran in ihrem Garten in Altenburg an. Schon 2013/2014 experimentierten sie mit der ersten Knolle. Im Jahr 2016 legten sie Versuchsfelder an und beobachteten das Wachsen der Knollen verschiedenster Herkunft. Die größten Erfolge sahen sie bei Knollen aus den Niederlanden und konnten bereits im 2. Jahr über zwei Gramm pro Quadratmeter ernten. Eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass man für ein Gramm Safran etwa 140 Blüten benötigt. Im Jahr 2017 pflückten sie und ihre fleißigen Helfer sogar schon 17.871 Blüten.

Safran-Blüte

Doch Dr. Frank Spieth und Andrea Wagner verfolgen weit mehr, als den Safran im Altenburger Land bekannt zu machen. Sie sehen den Safran auch als Kommunikationsmittel und so entstand „Altenburger Safran – Projekt für eine lebendige Nachbarschaft“. Denn bereits im 15. Jahrhundert wurde in Altenburg Safran angebaut und die gemeinsame Recherche und Dokumentation dieser Geschichte ist eins der Hauptanliegen des Projektes. Frank Spieth und Andrea Wagner sind stolz auf ihre Ergebnisse und die Erträge der lilafarbenen Blüten nach so kurzer Zeit.

Deshalb luden sie einen kleinen Kreis Interessierter aus ganz Deutschland zum Probieren des ersten Altenburger Safrans in die „Senfonie“ ein, in der Koch Martin Schlösser ein 3-Gänge Menü mit dem edlen Gewürz zauberte.

Safran-Tee

Aufwärmen konnten sich die Gäste mit einem Glas heißen Safrantee. „Dafür sollte man höchstens fünf bis sechs Fäden verwenden, sonst wird er zu stark vom Geschmack her“, weiß Martin Schlösser, der mit einer Pinzette behutsam die zarten Fäden in Teegläser gibt. Dann steht schon der erste Gang des Menüs auf dem Tisch. Sizilianischer Fenchel-Orangensalat mit Safrancreme und Focaccia, gefolgt von Involtimi von Maispoularde und Garnele auf Risotto und geschmortem Paprika. Als Dessert rundet ein geeistes Mandel-Safranparfait mit Mandelkrokant das Menü ab.

Dessert-Senfonie

Wer auch einmal den Safran aus Altenburg hautnah erleben möchte, der kann seinen Ausflug in die schöne und sehenswerte ehemalige Thüringer Residenzstadt mit einem Besuch der Kochschule von Martin Schlösser verbinden. Gerichte rund um den Safran und natürlich den Altenburger Senf kennenlernen und vielleicht selbst einmal den wunderbaren und wohltuenden Safrantee zubereiten. Alle Termine der Veranstaltungen der Senfonie gibt es hier.

Ich lehne mich zurück und betrachte die Altenburger Safranfäden in meinem kleinen Gläschen und irgendwie kommt mir das Kinderlied „Backe, backe Kuchen“ in den Sinn. Schon dort heißt es „Backe, backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen. Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen. Eier und Schmalz, Zucker und Salz, Milch und Mehl, Safran macht den Kuchen gehl!“. Safran schien also schon früher in Deutschland ein gängiges Gewürz gewesen zu sein. Grund genug, mich einmal an eben diesem Rezept zu versuchen.

Rezept-Safran-Kuchen

Dafür braucht ihr:

200 g Butter
2 Eier
50 g braunen Zucker
etwa 5 Fäden Safran
150 ml Milch
400 g Bio – Weizenmehl (Dinkelmehl)
2 TL Backpulver
Prise Salz

So geht´s:

Die Butter in einer Pfanne zum Schmelzen bringen und abkühlen lassen. Dann die Eier und den Zucker schaumig schlagen. Den Safran zerkleinern und zu den Eiern und dem Zucker hinzufügen. Dann Butter und Milch dazugeben. Mehl und Backpulver mischen und zu dem Rest geben.

Eine Kastenform oder eine Gugelhupfform einfetten und dünn mit Mehl bestreuen. Den Teig hineingeben und bei 175°C etwa 45 min backen. Fertig.

Safran-Kuchen

Ich betrachte den duftenden Kuchen vor mir und denke, Safran aus Thüringen ist schon etwas ganz Besonderes. Frank Spieth und Andrea Wagner planen schon weitere Versuchsfelder im Schlossgarten vom Residenzschloß Altenburg. Neben dem Spielkartenmuseum und der KartenMACHERwerkstatt kann man dort vielleicht schon bald die violetten Blüten bestaunen und Wissenswertes über den Safran erfahren.

Mehr von mir erfahrt ihr auf meinen Blog, ich freue mich, wenn ihr vorbeischaut.

Ihr habt schon eine eigene Kreation? Dann her damit. Wir verlosen unter allen Einsendungen tolle Preise!

TIPPS FÜR DEINE URLAUBSPLANUNG AUF THUERINGEN-ENTDECKEN.DE
 

Eine Antwort zu “Altenburger Safran”

  1. F.Köck sagt:

    Schon oft verschoben, aber kommenden September werden wir in Altenburg und Umgebung einige Urlaubstage verbringen.

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Dieses Projekt wird von der Europäischen Union (EFRE) und dem Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft) kofinanziert.

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