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Achava – Ein Festival der Brüderlichkeit

Thüringen ist weltoffen und modern! Das erlebte ich einmal wieder beim zweiten Achava Festival.

Achava Festival Programm

Achava, das bedeutet Brüderlichkeit und genau darum geht es. Im Mittelpunkt steht der gegenseitige Austausch verschiedener Religionen mit dem Ziel Verständnis, Toleranz und Respekt füreinander zu schaffen. Das Programm füllte ganze 10 Tage mit verschiedensten Konzerten, Ausstellungen und Diskussionen. Ich hatte die Qual der Wahl als ich mir meine persönlichen Highlight heraussuchte. Das Folgende erlebte ich nun:

Fremdes entfremden

Die ersten Veranstaltungen, die ich besuchen wollte, führten mich auf den Petersberg. Dies ist einer der schönsten Plätze der Stadt, denn meiner Meinung nach hat man nirgendwo eine schönere Aussicht über ganz Erfurt als dort. Es bietet sich ein wunderbarer Blick auf den Dom mit Severikirche und dem gegenüber strahlen bunte Fachwerkhäuser. Zwischen all den roten Dächern ragt immer wieder ein Turm hervor. Erfurt ist so schön.

Ausblick auf den Erfurter Domplatz vom Petersberg

Der Petersberg hat einiges an turbulenten Zeiten miterlebt. Darüber erfahre ich in einer der Vorlesungen über die Peterskirche. Doch das Ziel der Festivalveranstalter ist es den Petersberg zu einem „Friedensberg“ zu machen, in dem man im Rahmen des Achava Festivals verschiedene interreligiöse Dialoge veranstaltet. Das klingt ganz schön engagiert und deswegen wollte ich mir selbst ein Bild davon machen. Ich ging zu zwei Veranstaltungen bei denen der Islam im Fokus der Diskussionen stand. Ich fand es sehr spannend echten Experten zuzuhören und die Möglichkeit zu haben mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich glaube, diese Dialoge sind ein guter Weg um Vorurteile, Angst und Hass durch Wissen und gegenseitiges Verständnis zu ersetzen.

Es reißt mich mit

An einem Mittwochabend nahm ich mir vor zu einer Filmvorführung am Erinnerungsort Topf und Söhne zu gehen. Es wurde eine Dokumentation der deutschen Journalistin und Jesidin Düzen Tekkal gezeigt, die über die Schrecken berichtet, die ihrer Religion widerfahren ist. Ich habe mich darauf eingestellt, dass es kein fröhlicher Abend werden würde, doch ich wollte mehr darüber erfahren.

Erinnerungsort Topf und Söhne in Erfurt

Der Film nahm einen direkt mit ins Geschehen. Ich wurde regelrecht mitgerissen und war schockiert wie grausam und brutal Menschen sein können. Das alles scheint weit weg zu sein, doch vor nicht all zu langer Zeit hat Deutschland ähnliches Grauen erfahren. Der Erinnerungssort Topf und Söhne sorgt dafür, dass dies nicht vergessen wird. Hier heißt das Stickwort Aufklärung.

Exotische Klänge im alten Heizwerk

Ich muss sagen, dass sich die Beschreibung der Band „A-wa“ aus Tel Aviv schon etwas abenteuerlich las: Jemenitische Folkmusik mit urbanem Sound elektronischer Tanzmusik. So richtig wusste ich nicht was mich erwarten würde, doch ich war sehr gespannt. Auch der Veranstaltungsort war Neuland für mich. Das Konzert sollte im alten Heizwerk stattfinden. Schon von außen versprühte das Gebäude einen gemütlichen Industrieschick.

Konzert im Heizwerk Erfurt zum Achava Festival

Es wurde Zeit hinein zu gehen. Ich schaute auf meine Eintrittskarte und entdeckte eine Sitzplatznummer. Wie jetzt? War in der Beschreibung nicht die Rede von Tanzmusik? Nun gut, ich ließ mich auf meinem Sitzplatz nieder und schaute mich um. Mir gefiel die Industrienostalgie, die mit bunten Farben stimmungsvoll in Szene gesetzt wurde. Es ging los. Eine Band und drei Mädels kamen auf die Bühne. Schon die ersten Töne ließen mich zum Rhythmus der Melodie bewegen und mir war sofort klar, dass ich dieses Konzert nicht sitzend erleben wollte.

A-wa Konzert im Heizwerk zum Achava Festival

Nach dem ersten Lied stellte ich mich an den Rand und tanzte zu jemenitischem Gesang und beschwingten Elektrobeats. Nach und nach kamen immer mehr Leute hinzu, die es nicht mehr auf den Sitzen hielt. Und einige Songs später tanzte der ganze Saal. Sowas habe ich noch nie erlebt. Die Band schaffte es eine ganze Meute gemischt aus Jung und Alt zum ausgelassenen tanzen zu bewegen, obwohl vermutlich die meisten ihre Lieder noch nie zuvor gehört haben. Dieser Abend war mein absolutes Highlight des Achava Festivals und bringt mir immer noch ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich daran denke.

Das Achava Festival hatte noch viele weitere tolle Programmpunkte zu bieten, für die ich gerne Zeit gefunden hätte. Doch ich bin mir sicher das nächste Achava Festival 2017 hält ebenfalls tolle Veranstaltungen bereit, wodurch ich die Welt wieder aus einem anderen Blickwinkel sehen werde.

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